Dr. Horst Plate wurde neuer Schützenkönig

Aus dem Isenhagener Kreisblatt, Juni 1974:

Vier fröhliche Schützenfesttage in Wittingen

Bürgerkorps belegte ersten Platz beim Parademarsch

Das Vergleichsschießen gewann die 1. Kompanie

Es ist fast geschafft. Vier Tage des traditionellen Wittinger Schützenfestes, das am Freitag begann, sind vorüber. Jetzt stehen nur noch das Kinderschützenfest am kommenden Sonnabend und der Lustige Sonntag aus. Auftakt der „vier fröhlichen Tage“ bildete der Zapfenstreich am Freitag auf dem Marktplatz, zu dem sich zahlreiche Zuhörer eingefunden hatten. Das festliche Königsmahl und der anschließende Königsball in der Stadthalle fanden am Samstag statt.

Am ersten Pfingsttag pflanzte die 6.Jägerkompanie bei ihrem König Hans Heinrich Bode in der Tilsiter Straße die Königslaube. Gegen 14.30 Uhr wurde auf dem Marktplatz angetreten. Zackige Befehle brachten Ordnung in die Reihen. Die Stimme von Oberst Ernst Adolf (Hof-) Schultze war nicht zu überhören. Auch Adjutant Hermann Dreyer stand ihm in nichts nach. Anschließend setzte sich der Zug in Bewegung. Der Weg führte durch die festlich geschmückten Straßen der Stadt zur Nachtweide. Vorher hatte man S.M Bode abgeholt. Ein Höhepunkt war die Auszeichnung verdienter Schützenbrüder, die unter Hochrufen von Oberst (Hof-)Schultze vorgenommen wurde. Für 50jährige Mitgliedschaft wurden geehrt: Otto Schillmann, 4. Kompanie, und Albert Kausche, 5. Kompanie. 25 Jahre dabei sind: Alex Winkelmann, 2. Kompanie; Egon Jördens, 2. Kompanie; Horst Jübermann. 1. Kompanie; Wolfgang Schulze, 3. Kompanie und Otto Sauer, 3. Kompanie. Für 15jährige Zugehörigkeit wurden ausgezeichnet: Otto Steffens, 2 Kompanie und Josef Hoffmann, 5. Kompanie.

Beförderungen gab es diesmal eine ganze Reihe. So wurden Karl Jahns, Hermann Dreyer und Rein- hold Drangmeister zu Majoren, Klaus Lüthe, Wolfgang Löffler, Willi Wichmann, Gustav Korte, K. H. Sölter, Hanns Winkelmann, Rüdiger Witzke, Herbert Rosin und Heinz Franke zu Leutnanten befördert, was Anlaß genug war, den Bierhahn nicht Stillstehen zu lassen; Bier und Sekt flossen in Strömen. Erwähnt werden muß noch das Kompanie-Vergleichsschießen, bei dem die 1. Kompanie mit 108 Ringen den Vogel abschoß, bzw. das Trinkhorn in Empfang nehmen konnte. Der „Ersten“ folgte dicht auf dem Fuß die 6. Kompanie, die 106 Ringe schaffte und den Stackmann-Pokal holte. Auf den dritten Platz kam die 3. Kompanie mit ebenfalls 106 Ringen: sie gewann den Ernst-August- Becher.

Außerdem gab es noch einen Preis fürs „Parademarsch-Kloppen“, den sich das Bürgerkorps holte. Auch sonst war den Zylinderträgem das Glück hold, wie der Abend des vierten Schützenfesttages, der Dienstag, zeigte. Neuer Schützenkönig wurde nämlich Dr. Horst Plate, der nach der feierlichen Proklamation auf einem stabilen Gummiwagen, die Bürgermeister Paul Degenhardt vornehm, auf den Schultern im Triumphzug auf den Saal getragen wurde. Das Wittinger Stadtoberhaupt war es auch, das nach alter Tradition die Namen der besten Schützen bekanntgab. Hier sind sie: Dr. Plate (195), Fr. Thomas (211), W. Burmeister (254), Jürgen Ebeling (303), H. H. Bode (329), G. Wichary (366). K. H. Marxen (373), Hermann Reichert (412), Fr. Hösermann (436) und Ulrich Siemer (485). Auf die Königsscheibe gab Gerhard Kremmeicke (7. Kompanie) mit 30 die höchste Ringzahl ab und gewann den Adolf-Pieper-Orden.

Zur Proklamation gehörte auch die Bekanntgabe der Namen der Jungschaffer Ulrich Siemer, 2. Kompanie, und Günter Meyer, 3. Kompanie. Altschaffer wurden Heinrich Jordan, 7. Kompanie, und Karl Kamlah, Bürgerkorps. Ein herzliches Dankeschön erhielten auch die gewesenen Altschaffer H. Schillmann (4. Kp.) und G. Unger von der 6. Kompanie. Schließlich stellte sich der neue Adjutant des frischgebackenen Schützenkönigs vor. Es ist Friedel Haug, natürlich vom Bürgerkorps.

Vor der Proklamation versammelte sich das Offizierskorps zu einem Empfang im Wittinger Rathaussaal, bei dem Bürgermeister Degenhardt mit Genugtuung feststellte, daß das Wittinger Schützenfest wieder ein voller Erfolg zu werden verspreche. Besonders das Königsessen, das am Samstag stattgefunden habe, sei eine gute Sache gewesen. Schließlich überreichte er Kinderschützenfestvater Wolfgang Schulze einen Geldumschlag, der für das Kinderschützenfest am Samstag gedacht war. Der Vorsitzende und Oberst der Wittinger Schützengesellschaft, Ernst-Adolf (Hof-)Schultze, der diesmal wieder mit dabei war und dafür Sorge trug, daß das Wittinger Schützenfest bestens klappte, sprach den schlechten Zustand des Wittinger Schießhauses an, das dringend renoviert werden müßte, da es viele Mängel aufweise. Im Hinblick auf den Abriß und Neubau der Wittinger Stadthalle (das IK berichtete darüber) werde sich der alte Schießstand dann daneben wie „Pat und Patachon“ ausnehmen.

Nach vielen Dankesworten an Rat und Verwaltung (der Rat war diesmal nicht ganz so vollständig wie sonst) begab man sich nach unten, wo bereits das „Fußvolk“ wartete. Seine Majestät nahm die Front der angetretenen Schützen ab, begleitet von Bürgermeister und Stadtdirektor, Adjutant Korte sowie Oberst Schultze. Und dann zog man wieder durch die Stadl, vorbei an vielen winkenden Wittingern, die die Straßen säumten. Vergessen sollen nicht die fünf Kapellen werden, die diesmal dabei waren. Außer dem Spielmannszug der Schützengesellschaft waren auch die Spielmannszüge aus Hankensbüttel und Emmen mit von der Partie. Zum Tanz spielten die „Burnfields“ auf, die ihre Sache recht gut machten, wie man allgemein hörte. Alles in allem war das Wittinger Schützenfest, zumindest was die „vier tollen Tage“ anbelangt, wieder eine Strapaze wert. Und das ist die Hauptsache.