Uwe I. Gekrönt

Die neue Majestät kommt erstmals nach 29 Jahren aus dem Bürgerkorps: König Uwe I. mit Gattin Astrid.

Majestät Uwe I. rettete Ehre des Bürgerkorps

381. Wittinger Schützenfest schlug Wetter- und Stimmungskapriolen

Das 381. Wittinger Schützenfest, das am Pfingstwochenende Scharen anlockte, ist heute schon Geschichte. Große Begeisterung löste beim Volk die Proklamation aus, denn nach 29 Jahren konnte erstmals wieder ein König aus dem Bürgerkorps bejubelt werden. Der Sprechgesang für Majestät Uwe Stresing und Frau Astrid wollte nicht mehr abreißen. König Uwe I. erkor sich Bruder Jürgen, Ex-Schießwart der Schützengesellschaft zum Adjutanten aus. Zum Vizekönig avancierte Rüdiger Seer.

Verraucht ist der Pulverdampf, verklungen sind Präsentiermarsch und „Preußens Gloria”. Das 381. Wittinger Schützenfest ist Geschichte. Geblieben ist den Schützenschwestern und -brüdern nach dem dreitägigen Marathon die Erinnerung an das farbenprächtige Spektakel und der Glanz des amtierenden Monarchen.

Hoch schlugen die Wogen der Begeisterung am Sonntag nach der feierlichen Proklamation besonders im Bürgerkorps. Denn: Nach 29 Jahren stellt das Korps, das 1999 175jähriges Bestehen feiert, wieder einen Schützenkönig. „Uwe, Uwe!”- Der Sprechgesang in der Stadthalle wollte nicht abebben, nachdem Ortsbürgermeister Wolfgang Trautmann Uwe Stresing zum Schützenkönig ausgerufen hatte. Sturmläufe gegen den König folgten: Umarmungen, Schulterklopfen und Händeschütteln. Ex-Königin Hildegard I. machte ihrer Nachfolgerin, Königin Astrid, Mut: „Das schafft ihr schon”.

Die Mannen im Bürgerkorps werden dem Regenten, der in die Fußstapfen von Ex-Majestät Helmut Schulze tritt, gewiß mit Glace`handschuhen anfassen. Denn: Immerhin ist der Neue, der erst 1990 in die Schützengesellschaft eingetreten ist, „ihr” Jubiläumskönig. Mit einem Teiler von 68,9 hatte Stresing, der im bürgerlichen Leben als selbstständiger Vermögensberater seine Brötchen verdient, beim Königsschießen das Teilnehmerfeld dominiert. 199 Königs-Scheiben hatten Schießwartin Iris Ruhnau und ihr Team auszuwerten. 132mal schossen auch die Mitbewerber um die Königswürde voll ins „Schwarze”. Rüdiger Seer (8.Kompanie), der mit einem Teiler von 82,1 zum Vizekönig avancierte, übernahm die Würde und Bürde des Vize von seinem Vater Willy Seer, der 1997 Platz zwei belegt hatte. Victor Rühling (3.Kompanie) holte sich mit dem Teiler 113 den dritten Platz.

Ein „Kilo Orden” samt Königskette am Schützenkleid sind für die neue Wittinger Majestät und Königin Astrid nicht die einzige Herausforderung. Down-Town spielte am Krönungsabend zum Tanz auf, da wollten die Untertanen dem Regentenpaar zujubeln. Präsenz ist angesagt. Und auch am Pfingstmontag Mai-Juni 1998 „rollte der Jubel” durch die Stadthalle, die während des Schützenessens für jederman einem Hexenkes selglich. Der Musikzug machte tüchtig Dampf auf und das Unterhaltungsprogramm stand wie eh und je.

Begonnen hatte das Schützenfest am Freitag mit dem Zapfenstreich, den die 2. Kompanie gemeinsam mit dem Musik- und Spielmannszug durchgeführt hatte. Elefantenrunde am Sonnabend im Rathaus: Der Ortsrat empfing Prominenz der Stadt. Stadtbürgermeister Günther Schulze und dessen Vorgänger, Lothar Schoss, gaben sich unter anderem die Ehre. Majestät Helmut Schulze ließ das Schützenjahr Revue passieren.

Ortsbürgermeister Wolfgang Trautmann und Peter Brennecke, Vorsitzender der Schützengesellschaft Wittingen, dankten dem Königspaar und Adjutanten Klaus Müller für ihr Engagement. Und: Superintendent Martin Berndt und Oberst Hermann Dreyer schlugen den Bogen vom elften zum zehnten Ortsratsempfang und auch die Klingen. Thema: Feldgottesdienst zu Beginn der Schützenfestsaison in der Nachtweide. Es sieht so aus, als werde Dreyers Wunsch und der der Schützengesellschaft Wittingen 1999 in Erfüllung gehen.

Beförderungen und Auszeichnungen

2. Kompanie: Oberstabsfeldwebel Klaus Müller wurde zum Leutnant Oberleutnant Ennoch Zeller zum Hauptmann befördert.

3. Kompanie: Hans Glöde und Jürgen Gottschalk zum Oberleutnant.

5. Kompanie: Erwin Schallok zum Hauptmann.

7. Kompanie: Heinz Henne zum Leutnant.

8. Kompanie: Leutnant und Kompanieführer Hermann Dreyer jun. zum Oberleutnant.

Damenkompanie: Oberstabsfeldwebel und Kompanieführer Heidrun Peschel avancierte zum Leutnant.

Bürgerkorps: Wolfgang Trautmann und Heinz Matthei zum Leutnant.

Den Sonderorden für besondere Leistungen: Christian Boy, Günter Böse, Harald Engwer, Annika Gottschalk, Joachim Korte, Wilhelm Schenk, Melanie Schulze, Jürgen Thunecke, Matthias Unger (alle Musikzug der Schützengesellschaft Wittingen)

Parademarsch: Die achte Kompanie gewann vor der siebten und ersten Kompanie. Im Wettbewerb der Fahnengruppen siegte der Vorstand der Schützengesellschaft vor dem Jägerkorps.

Orden: Den Adolf-Pieper-Orden holte Anke Parrmann vom Spielmannszug.

Schaffer: Klaus Gerche und Klaus Ruhnau schieden als Schaffer aus.

Die neuen Altschaffer heißen Iris Ruhnau und Dr. Alfred Stein.

Jungschaffer wurden Peter Hampel und Wolfgang Girmann.